
Mein feierlicher Abschied der Berufsschule endete in einem emotionalem Peinlichkeitsfiasko. Es war der Tag, an dem wir unsere Abschlusszeugnisse am OSZ Lichterfelde Süd abholen sollten. Unbeschwert traten wir den Weg an, um das letzte mal dieses schreckliche Gemäuer zu betreten. Dort angekommen warteten schon Hunderte von Schülern, Eltern und weiteren Bekannten darauf, dass ihre Kinder ihr Abschlusszeugnis in die Hände bekommen.
Die Veranstaltung war grauenhaft organisiert. Erst nahmen alle in der umgebauten Mensa Platz, dann sollten alle wieder raus für Abschlussfotos. Dann alle wieder rein und dann begann auch schon die Trauershow. Da die geplante Band zur Abschlussfeier kurzfristig abgesprungen ist, sprang eine verdammt peppige Band aus dem Schulchor ein, bestehend aus einem Pianisten, einem Kontrabass-Spieler und jemandem mit einer Art Flöte, diese lange da, keine Ahnung wie die heißt. Na jedenfalls begannen sie zu spielen und zwar ein Stück, welches ich mir schon mal für meine Beerdigung vorreserviert habe, da ich so etwas trauriges nur selten gehört habe. Nun ja, das Publikum war mehr als gelangweilt und unterhielt sich demonstrativ mit den Nachbarn um sich herum, so dass die Eröffnungsband kaum zu hören war. Als nach ca. 10 Minuten die Trauersymphonie zu unserer freudigen Abschlussveranstaltung beendet war, applaudierte das Publikum frenetisch, weil es erlöst war.
Es folgten grauenhafte Ansprachen der Schulleiter, die über die katastrophal klingende Lautsprecheranlage kaum zu verstehen waren. Sie trugen Gedichte vor, die niemanden interessierten und diese Veranstaltung mehr und mehr zu einem Desaster verkommen ließen.
Dann der Höhepunkt des Grauens. Aus dem Saal, besetzt mit ca. 500 Zuschauern, sollten nun einzelne Personen aus den verschiedenen Klassen rausgepickt und geehrt werden. D. h., sie haben ein Buch geschenkt bekommen, welches eine persönliche Widmung des Lehrers enthielt. Ich habe diesen Sachverhalt noch nicht ganz verstanden, da ertönte schon mein falsch ausgesprochener Name als erstes über die quietschenden Lautsprecher. "Oh Gott", dachte ich nur! Gäbe es in diesem Moment die Möglichkeit buchstäblich im Boden zu versinken, ich wäre als erster abgetaucht. Allgemeine Verunsicherung trat auf, was denn nun passieren sollte. Nun ja, es war klar, dass ich nach vorne musste. Tausend Augen starrten mich nun an, wie ich mich durch die viel zu engen Reihen, jedem zweiten Schüler auf die Füße tretend, nach vorne durchkämpfte. Es war ein herrliches Gefühl zwischen Ehre und in Ohnmacht fallen vor grenzenloser Peinlichkeit. Vorne angekommen stand ich nun hilflos da, nicht wissend was jetzt folgen sollte. Doch der Schulleiter rief weitere Schüler auf, die Situation entspannte sich zunächst.
Dann begann die festliche Überreichung der Bücher. Einer nach dem anderen bekam seine Widmung vorgetragen, ein anschließendes Händeschütteln des Schulleiters sowie ein Applaus des Publikums folgte. Ich war der viert letzte, der endlich von seinen Qualen erlöst wurde. Doch bevor ich meine Widmung vorgelesen bekam, kam der nächste Brüller! Ich wurde ca. 1 Woche zuvor vom Schulleiter in der mündlichen Prüfung rangenommen, der jetzt vor mir stand und mich musterte. Bevor er den Text aus dem Buch vorlas leitete er sich mit folgenden Worten ein: "Ja David, Sie sind ja letzte Woche auch bei mir knapp an den 100 Punkten vorbeigeschossen nicht war?!" Das sollte wohl so was wie witzig sein. Aus der Reaktion des Publikums ließ sich jedoch aufgrund der nun anstehenden Buh-Rufe ablesen, dass ich wohl jetzt zum absoluten Megastreber in die Annalen der Geschichte dieses Jahrgangs eingegangen bin. Auch wenn ich nach dem Abtritt von der Bühne bei den Schülern wieder in Vergessenheit geraten würde, war dieser Moment einfach nur schön!
Nun gut, mein Lehrer ließ dann über den Schulleiter vor 500 Zuhörern folgendes verlauten:
... "Von tausend Erfahrungen die wir machen, bringen wir höchstens eine zur Sprache, und auch diese bloß zufällig und ohne die Sorgfalt, die sie verdiente". "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns drin ist - was geschieht mit dem Rest?"
Manchmal kommt Philosophie auf leisen Sohlen daher. Solltest du dich also ab und zu an die Leichtigkeit toskanischer Abende erinnern, so verwende und verschwende deinen Geist - weiter und immer weiter in diese Richtung!
Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Ich bin sehr dankbar, dich zwei Jahre begleitet zu haben. Vielen Dank für die wundervollen Gespräche!
Damit erinnerte unser Lehrer noch mal an unsere "Bildungsreise", die wir vergangenen Sommer in der Toskana machten. Neid anderer Klassen, die keine Bildungsfahrt machten, kam in diesem Moment natürlich nicht auf.
Nun, und was den Inhalt der an mich gerichteten Worte angeht, ja, ich und mein Lehrer haben ein wenig rumphilosophiert, als wir in der Toskana waren. Da er eine Philosophiestudium abgeschlossen und ich selber Hobbyphilosoph bin, kam da interessante Sachen bei raus.
Was für ein Abgang!
Ich gebe zu, ich bin im Alltag auf mich selbst bezogen nicht der geduldigste Mensch on earth. Schnell flattern meine Nerven in Abgründen, die mein Adrenalin nur so in die Höhe schießen lassen. Was den Umgang mit meinen Mitmenschen angeht, scheine ich doch ein sehr ruhiges und geduldiges Gemüt zu haben, liegt wahrscheinlich an meiner Erziehung. Ich hab einfach kein vorlautes Mundwerk und teile äußerst selten, nur in absoluten Notfällen mal aus und das dann auch nur, wenn mich jemand absolut auf die Palme gebracht hat.
Was mir trotzdem so im Alltagsgeschäft aufgefallen ist, ist eine unbegreifliche Inkompetenz vieler Menschen, die anscheinend den falschen Beruf erlernt haben oder von Grund auf inkompetent zur Welt gekommen sind.
Vergangene Woche war ich am Freitag zur Mittagszeit am Bluemaxx-Theater am Potsdamer Platz, um dort 3 Karten für eine Vorstellung zu kaufen. Die Kasse war leer, die Frau (ca. 35 Jahre alt) hinter der Scheibe drehte mit ihrem Finger schöne Kreis mit dem Kaugummi. Ich sagte zu ihr, ich hätte gerne zwischen Dienstag und Donnerstag ab nächster Woche für 18:30 Uhr, 3 Karten in der und der Platzkategorie, können sie mir sagen, zu welchem Termin noch was frei wäre?
Ihre erste Erwiderung auf meine konkret gestellte Anfrage war: "heute?". "Ähhh, nein, zwischen Di und Do (...)" Ok, darauf hin tippte sie in ihren Rechner und sagte mir, "nächsten Dienstag hätte ich eine Karte" und starrte mich dabei fragend an, ob ich diese eine Karte gerne haben wollte. Ähhhhhh, nein, ich wollte gerne 3 Karten haben, 3 zusammenhängende Karten! Ok, sie tippte weiter in ihren Rechner und als nächstes kam dann: "Ja, also am Donnerstag darauf hätte ich eine Karte" und wieder starrte sie mich fragend an. Ich dachte diese doofe Zippe will mich jetzt echt verarschen. Aber nein, es war ihr vollster ernst, sie wollte mir wieder eine einzelne Karte an einem Spieltag verkaufen. Da sie ja jetzt bereits die nächste Spielwoche zwischen Di und Do abgesucht hatte, war für sie dann auch der Job erledigt. Als ich ihr wieder sagte, "Äääähhhhh, nein, ich brauche drei Karten, nicht eine", meinte sie, es gibt keine drei zusammenhängenden Karten und wollte das Verkaufsgespräch damit beenden.
Ich dachte ich werd nicht mehr. Ich bat sie, da sie von selber nicht auf die Idee kam, vielleicht auch mal in die nächste Spielwoche zu schauen. Als ich ihr diesen fabelhaft-innovativen Vorschlag machte, tippte sie die nächste Spielwoche in den PC. "Nein, auch hier keine Karten", große, inkompetente Augen starrten mich wieder an. Ich musste sie ein weiteres mal darauf hinweisen, jetzt doch bitte noch mal in die darauf folgende Spielwoche zu schauen. Meine linke Hand zuckte bereits und ich dachte, ich sei bei 'Verstehen Sie Spaß' oder so und nein, ich hätte ihn garantiert nicht verstanden (also den Spaß)! Nach ca. 12 Minuten war es dann vollbracht, es gab einen Termin, der all meine Wünsche berücksichtigte und ich konnte den Kauf abschließen.
So etwas inkompetentes, unfreundliches und einfach nur blödes wie ich in diesen 12 Minuten erlebte, ist in Deutschland doch irgendwo Gang und Gebe. Der Kunde ist der Idiot, ist das Kredo.
Ein weiteres schönes Erlebnis hatte ich mal in einer Burger Bude, wo ich ganz unverfroren ohne die Speisekarte vorher studiert zu haben einfach mal eine "9er Chicken Nuggets"-Tüte kaufen wollte. Die Frau mit ihrer dekorativen Kopfbekleidung, auf welcher eigentlich hätte stehen müssen: "Inkompetenz - hier sind sie richtig" blickte mich entsetzt an. "9er Nuggets???!!!, häää, so was haben wir gar nicht!" Erschrocken wich ich zurück und dachte nur, meine Fresse, da habe ich die Frau aber gerade absolut aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich wartete geduldig ein Angebot ab, welches mir vielleicht vorschlagen würde, welche Größen/Einheiten es denn überhaupt gäbe. Ich wartete vergebens und fragte ganz freundlich, welche andere Einheit denn zu kaufen wäre. "Es gitb nur 6er Nuggets". Es folgte eine kurze Pause. Ich war am grübeln und entdeckte auf der Karte, dass es tatsächlich nur 6er Nuggets gab. Als nächste sagte die kluge Frau, 12er Nuggets haben wir auch, wenn sie mehr wollen. Mir wurde in diesem Moment eins klar, zu meinen gewünschten 9er Nuggets sollte ich an diesem Tag nicht kommen. Und dann kam der Satz, bei dem ich mich vor lachen nur krümmen musste, die Frau sagte: Sie kriegen den 12er wenn ich Ihnen zwei 6er gebe, weil zwei mal sechs ist ja zwölf. Und das sagte sie mit einer solchen Ernsthaftigkeit, als ob sie gerade Einsteins Relativitätstheorie erfunden hätte. Ich und meine Begleitung konnten uns das lachen nicht verkneifen und griffen bei diesem Hammerangebot einfach nur zu.
Was auch noch schön war, als wir mal ein Handy bei O2 zur Reparatur abgeben wollten und die blonde 20-jährige Fachkraft dermaßen mit dem Papierkram und dem ganzen Drumherum überfordert war, dass sie uns zur Verabschiedung des Gesprächs das Handy, welches repariert werden sollte, wieder mitgegeben hat. In solchen Momenten ist man sich einfach nur sicher, dass man in guten Händen ist.
Das sind nur 3 kurze Geschichten aus vielen und ich wette mit euch, dass ihr alle so was dummes andauernd ertragen müsst. Ich finde es nur manchmal erstaunlich, wie manche Leute, die von Tuten und Blasen nicht die geringste Ahnung haben, solche Jobs dann ausüben. Auch in meiner näheren Arbeitsumgebung ist mir schon bei manchen, in die Jahre gekommenen Kollegen aufgefallen, dass sie von MS Office und Formatierungen einfach 0 Ahnung haben und irgendwo auch nur mitgeschliffen werden.
Abgesehen von so "Jobs" wie bei einer Theaterkasse oder Burgerbude, sind doch gerade in vielen Fachjobs Leute dabei, die einfach nicht geeignet für diese Arbeit sind.
Ich denke bei manch einem ist es einfach so, sie haben für manche Dinge, vielleicht auch für Sachen, die sie interessieren keine Begabung und versuchen es aber trotzdem krankhaft und bei anderen ist die falsche Sparte, nur sie merken es einfach gar nicht.
Auf alle Fälle bestelle ich das nächste mal ne 12er Tüte Nuggets, die bekomm ich bestimmt!
Doch woher hole ich mir die Musik, die ich gerne höre? Nun, zum einen ist aus der oben geschilderten Kombination doch oft so gewesen, dass ich gerade über Filme und deren Soundtracks zu außergewöhnlich fabelhafter Musik abseits des mainstream gelangte. Eine weitere Quelle ist natürlich das Radio. Da ich aber kein großer Fan des Radios bin, ist diese Quelle sehr eingeschränkt. Ich bin einfach kein Freund ständiger Werbeblöcke, blöder Effektsoundeinlagen wie auf dem Rummelplatz und dämlicher Dialoge, die mich nicht im geringsten interessieren (absoluter Kopfschmerzverursacher bei mir). Über Radio eins, welches ich eine zeitlang im Auto hörte, bin ich auch auf tolles Songs gestoßen, sofern der Radiosprecher den Titel erwähnte. Tat er dies nicht, wurden die Recherchearbeiten auf der Suche nach dem Song doch sehr erschwert. Dann gibt es natürlich die aktuellen Charts. Dass jedoch ein guter Song zwischen dem RTL-Niveau auftaucht ist absolute Seltenheit in den deutschen Singlecharts. Weitere Suchaktionen startete ich auf Internetseiten wie amazon.de, die Musik verkaufen mit Kritiken der breiten Masse. Wo ich auch noch fündig wurde, war auf MTV oder Viva, jedoch da auch nur zur Uhrzeit 6:00 Uhr morgens bis 8:00 Uhr oder ab 23:00 Uhr, da in diesen Stunden doch oft nicht nur mainstream und Jamba läuft.
Ja und dann gibt’s ja noch diesen veralteten, altmodischen Schallplattenladen, also diese riesigen Großkonzerne, die alle Tante Emmer Läden haben aussterben lassen, um CD´s und Kaffeemaschinen zu 29,95 Euro verkaufen zu können. Wenn ich solch einen Markt betrete, der Musikrichtungen in den Gängen hat, von denen ich noch nie zuvor was gehört habe, da ist meine Motivation dann gleich 0, um dort nach Musik zu stöbern. Die Auswahl ist einfach zu groß, die Zeit zu knapp und der Aufwand zu hoch, nach was bestimmten ziellos zu suchen.
Ja und in den letzten Wochen dürste ich nach guter Musik. Ich klammere mich an meine alten, schwer erstandenen Hits, doch auch diesen scheint einfach die Luft auszugehen, neue Sachen müssen her, nu woher?!
Das schöne ist dann auch, wenn man dann verzweifelt Alben bekannter Musikgrößen hört und versucht zwischen den Hitsingles die stillen Kracher zu finden, doch selbst da wird man dann auf voller Linie enttäuscht, da selbst die Großen nur noch Musik machen, um Geld zu verdienen.
Ich weiß nicht, früher fand ich durch Zufall schneller mal n Song, aber zur Zeit ist´s echt mau.
Seit dem es Billigflieger gibt macht das Fliegen für "Normalverdiener" wieder richtig Spaß. Letztes Jahr z. B. bin ich Berlin - Rom Hin und zurück für ganze 60 Euro geflogen. Auch nach Malaga in 2005 zahlte ich Hin und zurück gerade mal 70 Euro. Sicherheit? Ist auf vollster Linie geboten, da die Maschinen den selben Anforderungen gerecht werden müssen wie Lufthansa & Co. Man muss noch dazu sagen, dass die meisten Billigflieger eh sehr junge Flotten mit den neusten Maschinen haben.
Letzte Woche flog ich das erste mal mit easyjet nach Basel. Für mich als im Norden Berlins lebender Mensch ist schon mal der Abflughafen Schönefeld absolut schlimm, da ich bereits ne Stunde brauche, um überhaupt dort anzukommen. Air Berlin, hlx (TUI) fliegen ja von Tegel, das ist schon wesentlich praktischer. Schönefeld an sich ist schon ein absoluter Schnapsflughafen. Etwas so mickriges, entferntes und einfach nur veraltetes wie Schönefeld ist schon echt peinlich für die Hauptstadt. Ich mein ich kenne europaweit keinen Flughafen, mag das das kleinste Kaff des Landes sein, welches so klein und hässlich wie Schönefeld ist.
Ich mein ich war schon ein paar mal da und bin auch mal mit german wings geflogen, doch es scheint, als würde die Hälfte aller Terminals der Fluggesellschaft easyjet gehören, die mit ihrer angenehmen Farbgestaltung (peitschendes orange) einfach auch mal überhaupt nicht auffallen und den ganzen Flughafen für sich beanspruchen. Mich würde es nicht wundern, wenn der Flughafen bald nicht Berlin-Schönefeld, sondern Berlin-easyjet heißt. Ich mein es gibt ja auch eine AOL- und Allianz-Arena, warum dann kein easyjet-Flughafen?!
Nun ja. Was ich schon irgendwie erstaunlich fand, dass es selbst bei den billigsten Fluggesellschaften eine 3 Klassengesellschaft gibt. Da wir nur mit Handgepäck reisten und bereits online eincheckten, wurden wir in Einstiegsklasse A kategorisiert. Als wir durch die Passkontrolle durch waren wurde man hinter eine Absperrung gepfercht, wo Einstiegsgruppe A stand. Es gab noch Einstiegsgruppe SA und B. B waren die Loser. Ich schaute nur rüber und bemitleidete das Pack, welches als letztes einsteigen würde.
In der Maschine selber war die Besatzung einfach nur der Brüller. Wenn ich mir manchmal so Menschen, in dem Fall die Berufssparte "Steward/Stewardess" ansehe, komme ich nicht umhin mir Gedanken über die Vergangenheit dieser Menschen zu machen. Diese Sparte allerdings waren Menschen, die so vom Alter zwischen 25 und 35 waren, die es beruflich einfach nirgendwo geschafft haben und letztendlich dann Steward bei easyjet geworden sind. Als ich mir diese Menschen so angesehen hatte merkte man, dass easyjet im Gegensatz zu Air Berlin oder Lufthansa nicht so auf das Aussehen achtet, wahrscheinlich kommt es dort mehr auf die inneren Werte an. Und auch das dieser typische Frauenberuf mehr und mehr von Männern übernommen wird fällt besonders bei dieser Airline auf.
Da easyjet keine deutsche Airline war, las der Steward die Sicherheitsvorschriften von einem Blatt Papier ab, was für alle Gäste an Board ersichtlich war. Die schönen Uniformen bestehen aus grau, schwarz und orange, einer Farbkombination, die nur absolute Spezialisten in jahrelanger Entwicklungszeit designed haben können. Von 4 Flugbegleitern waren dann 3 männlich und einer war ein ganz besonders warmer Bruder, bei dem ich beim ersten mal nicht erkannt habe, ob es sich um einen Mann oder eine Kampflesbe handelte. Es war ein "Mann" mit einer knallroten Brille, der die ganze Zeit ganz verschwitzt-verschämt lachte und wie Bruce von Germanys Next Topmodell über den Gang stolzierte mit ganz viel "Drama". Als er sich dann beim Vorlesen vom Notizblock verlesen hatte, hat er erstmal seinen Kollegen mit einer ganz warmen Bewegung auf den Rücken gehauen (achhh neiäännn) und sich darüber kaputt gelacht. Während des Fluges gingen die Flugbegleiter mit blauen Müllsäcken durch die Reihen, um Müll einzusammeln. Das Toilettenpapier wurde auch von hinten nach vorne und andersrum durch den Flieger getragen, ist eben First class Niveau
Bei der Zufahrt auf die endgültige Parkposition der Maschine hieß es dann noch (wortwörtlich): "Und wir würden uns freuen, wenn Sie bald wieder auf einem orangenen Flugzeug zu begrüßen". Das erinnerte mich an diese Übersetzungen, wie sie z. B. in italienischen Hotels zu finden sind, wo irgendjemand, der 3 Wörter deutsch sprechen kann in solcher Grammatik dann auch etwas übersetzt. Na immerhin besser als garnix.
Beim Aussteigen lief zur Verabschiedung "Jingle Bells" im Bordradio und das im Juni. Als wir ausstiegen wünschten wir der Flugbesatzung noch "merry christmas", was auch wieder lachend aufgenommen wurde.
Easy jet, eine lustige Fluggesellschaft!
Ja, das ging am Ende alles so schnell, dass ich nicht wusste wir mir bekam. Von heute auf morgen war ich plötzlich kein Autofahrer mehr, sondern ein degradierter, verbannter BVG-Fahrer.
Am Dienstag hab ich mein Auto zum TÜV gebracht und das zu einer Werkstatt von der ich wusste, dass sie auch hier und dort mal das ein oder andere Auge zudrücken würde. Als ich dann jedoch mit meinem Vater am Mittwoch das Auto abholen war, war die Aussage des Werkstattleiters, die mir das Herz brach, wie folgt: „Das Auto kannst du direkt hier um die Ecke auf die Schrottpresse bringen, ist sogar gratis“. Ich, der ich dachte, dass ich vielleicht meine leicht abgeriebenen Bremsklötze nur hätte machen lassen müssen, war paralysiert und nicht im Stande einen klaren Gedanken zu fassen.
Mein Fortbewegungsmittel war von einem Tag auf den anderen nichts mehr wert. Schöne scheiße dachte ich mir nur. Die Kosten für die Reparatur würden ab 800 Euro losgehen, was bei dem Auto einfach nicht mehr wert war zu investieren. Außerdem kommt ja noch hinzu, dass am 1. Januar in Berlin die Verordnung über diese Luftfilter (Euro Kat) in Kraft tritt, was bedeutet, dass ich mit der Karre wohl nur noch außerhalb Berlins fahren dürfte, was dann halt nicht so günstig wäre.
Das beste was ich machen konnte war die Karre zu verkaufen. Ich hab 2 Anzeigen bei autoscout und Zweite Hand aufgegeben und am Freitagmittag kam Murrat und kaufte mir die Kiste ab. Für n paar Peanuts wohl bemerkt. Es meldeten sich noch die nächsten 3 Tage mindestens 50 Leute, die den Wagen trotz abgelaufenen TÜV und Tausenden von Mängeln haben wollten. Traue mich leider nicht den Kaufpreis bekannt zu geben. Na jedenfalls waren 94,8 Prozent der Anrufer unsere türkischen Mitbürger. Völlig wertungsfrei kann ich nicht beurteilen, was man aus so einem Erwerb noch für Gewinn schlagen kann.
In jedem Fall musste ich nächsten Tag zum BVG-Schalter und habe mir eine Monatsmarke noch im Azubi-Modus gekauft und wurde gleich von dem netten behinderten Verkäufer hinter dieser Glasscheibe (die ich ja sonst meide, weil ich ja den Automaten bevorzuge) angeranzt, dass ich noch die und die Unterlage hätte mitbringen müssen. Nach einer kurzen Diskussion habe ich dann mein Azubiticket bekommen und bin auf zum Bus.
Also was das für ein sozialer Abstieg ist, ist kaum in Worte zu fassen. Ich frage mich dann immer nur so, wie einige Menschen ihr ganzes Leben BVG fahren, wie die das eigentlich aushalten? Ich mein, ich bin jetzt 3 Jahre Auto gefahren und möchte das eigentlich auch überhaupt nicht missen. Klar ist Autofahren teurer, nur muss ich sagen, dass mich bei dem Gesocks und Stress, der mich bei der BVG erwartet dann doch lieber überteuerte Benzin- und Instandhaltungspreise zahle, als mich für den Rest meines Lebens in den engen Bussen und Bahnen aufzuhalten, grauenhaft!
Nun, ich werde Ende des Sommers dann wieder zuschlagen und mir einen Wagen kaufen. Will mir dann irgendwas Neueres kaufen und das dann finanzieren. Leider hab ich noch so überhaupt keine Ahnung, welche Marke da in Frage kommen könnte. Mal sehen, was da so kommt…
Wer mich kennt der weiß, dass ich Kinder liebe. Diese kleinen putzigen Dinger mit ihren kleinen tapsigen Gliedmaßen, deren Anblick jedes kinderliebende Herz (wie meins) dahin schmelzen lässt. Und oft bieten diese kleinen süßen Bälger genügend Gesprächsstoff, um abendfüllende Gespräche über sie führen zu können. Dabei wird dann jede neu erworbene Fähigkeit, die das Kind mit zunehmenden Alter zustande bringt frenetisch umjubelt, als wäre Deutschland im Juni 2006 doch ins Finale gekommen.
Ich finde es auch einfach nur schön, wenn Menschen, die sich eher als Ausgeburt Satans (auf ihre Boshaftigkeit bezogen) offenbart haben nach der Geburt ihres Frischlings von einer Sekunde auf die andere beginnen in Babysprache zu sprechen. Welches Enzym oder Hormon ist eigentlich für das Phänomen "Babysprache" verantwortlich? Wurde das jemals wissenschaftlich erforscht? Würde mich ja schon interessieren.
Abgesehen von den unzähligen Vorteilen des Besitzes eines Kindes, muss ich doch (kritisch wie ich nun mal bin) feststellen, dass es auch einige wenige Nachteile gibt, die das gebären eines Säuglings mit sich bringen.
Ich weiß ja nicht, inwiefern ihr diese tolle Sendung auf RTL "Die Supernanny" kennt. Nicht, dass ich regelmäßiger Zuschauer wäre aber wenn ich ab und an beim Durchzappen auf dieser Sendung hängen bleibe bin ich doch oft fasziniert davon, wie diese zuckersüßen Schnuten innerhalb kürzester Zeit zu absoluten Monstern mutieren. Die Sendung präsentiert dann diese kleinen Biester auf dem Höhepunkt ihre böswilligen Karriere als Elternhasser.
Vor allem, welch einen entzückenden Wortschatz die Kleinen haben. Das sind meistens Ausdrücke, die ich nicht mal in meine kühnsten Träumen zu meinen schlimmsten Feind sagen würde. Die Zuckerschnuten sagen dies zu ihrer Mutter! Erst letztens gab es die Situation, wo die Mutter den kleinen Sonnenschein bat, sich an den Tisch zu setzen und dieser darauf erwiderte: "Du hast ja wohl n Arsch offen du dumme... piiieeep!" Der schnucklige Bub war vielleicht grad mal 7 Jahre alt oder so.
Also ich will ja irgendwann auch mal Kinder haben. Am liebsten hätte ich gleich 4 Stück. 3 Jungen und 1 Mädchen, wer da meine Traumkombination. Die Namen habe ich auch schon parat, unter anderem habe ich sie mir aus der Sendung der Supernanny abgeschaut. Und zwar würden sie dann wie folgt heißen: Kevin, Schastin, Scheremi und Prittnee.
Jetzt mag sich der ein oder andere fragen, "dass sind aber ziemlich eigenartige Namen". Sind es nicht! Es sind die absoluten Trendnamen unserer Zeit bei sozialschwachen Familien der Unterschicht. Geht mal ins Märkische Viertel oder nach Marzahn, dort heißt jeder 6-jährige Bälger entweder Kevin, Schastin (Justin), Scheremi (Jeremy) oder Prittnee (Britney). Denn die Eltern dieser Kinder haben meistens einen Hauptschulabschluss, haben sich mit 16 Jahren schwängern lassen, haben dann meistens 3 bis 6 Kinder geworfen, leben von Sozilahilfe, Elterngeld und Hartz 4 und verbringen den halben Tag unten auf dem Spielplatz vorm Block mit all den anderen gescheiterten Müttern, die bereits mit 10 Jahren das erste mal Geschlechtsverkehr hatten, mit 12 schon alle Drogen- und Alkoholsorten ausprobiert hatten, mit 13 zwei Entzugstherapien sponsored by the Sozialamt hinter sich haben, mit 15 ein Jahr Jugendknast abgesessen haben und sich letztendlich mit 16 Jahren von einem türkischen Mitbürger haben schwängern lassen, der sich natürlich nach der "Nacht der Zeugung des Wunderkinds" aus dem Staub gemacht hat, um die nächste zu beglücken.
"Schastin, komm da runter, ick hab jesacht du sollst da runterkommen mein Freundchäeen. Schastin!"
"Scheremi, ick scheur dir gleich ene wenn du nicht spurst!"
"Prittnee, hör auf damit, Fräulein!" Prittneeeeee!!!
Das sind so auszugsweise die meist formulierten Sätze, die von den Müttern dieser bemitleidenswerten Kinder rauskommt. Vor allem suche sie sich Namen wie Justin und Britney aus, weil Sie ihre Kinder nach ihren Lieblingskünstlern aus dem Fernsehen benennen ohne sie selber überhaupt aussprechen zu können, herrlich! Das schlimme ist, dass die Kinder dieser Eltern dann irgendwann genauso werden, eine Nachgeburt des Grauens. Das sind die zukünftigen Gangster und Dealer unserer Generation, die da heranwächst! Und sie werden dann auch ihre Kinder Scheremi und Kevin nennen. Ein Teufelskreis, der kein Ende findet.
Die Kinder, die ihre Mutter als "....piieeep" beschimpfen scheinen alle auf antiautoritäre Art und Weise erzogen worden zu sein. Dass diese Form der Erziehung einfach nur scheitern kann, mussten selbst die Verfechter dieser Erziehungsmethode zugeben. Wobei man ja auch davon ausgehen kann, dass die "Vera macht Mittag" und "Richterin Barbara Salesch"-Muttergeneration, die ihre Kinder Kevin und Schastin nennt, wohl eher damit beschäftigt ist Korn und Bier zu besorgen, um sich dann mit ihrem neuen Macker einen schönen "Talkshow" Vormittag zu machen, als sich um ihre Kinder zu kümmern.
Zum Thema antiautoritäre Erziehung möchte ich noch was lustiges anführen. Anke Engelke hat in ihrer Ladykrachershow mal so eine Pseudoalternative Studentin mit Rasterlocken imitiert, die sagte:
"Also ich will meine Kinder dann antiautoritär erziehen. Die sollen schon selber sehen und erfahren was gut ist und sich selbstständig entfalten. Und wenn sie dann trotzdem nicht auf mich hören, kann ich ihnen ja immer noch eine scheuern."
Denkt an diesen Artikel, wenn euch das nächste Mal ein kleiner Kevin entgegenkommt und euch den Stinkefinger zeigt
Liebe Bertha, ich versuche mit anliegendem Schreiben das wieder gut zu machen, was ich dir damals am 8. September 2006 angetan hatte. Ich weiß ja, dass dir dies in der Seele weh getan hat und du mir selbst 7 Monate nach diesem Erlebnis die bösen Anspielungen, die ich gegen den Osten in einem ausführlichen Text erörtert hatte (hier der angesprochene Beitrag http://macdave83.bravejournal.com/archive/09/8/2006 
, sehr übel genommen hast, jedenfalls erfuhr ich das bei unserer letzten Begegnung. Wer keine Lust hat die ganze Geschichte zu lesen, hier einige Auszüge zur Erinnerung:
"Die Straßen bestanden zum größten Teil aus folgenden Schildern: Straßenschäden, Straßenschäden, Umleitung, Straßenschäden, Zone 30, Straßenschäden, Baustelle, Zone 30, Straßenschäden. Ich tuckerte nun also mit Tempo 30 übers Kopfsteinpflaster."
"Das schönste war dann noch als ich an der Beachvolleyballhalle ankam und diese den Namen "Beachzone" trug, Beach-"zone"! Gewisse Freunde wollten mir versichern, dass das Wort "zone" hier aus dem englischen Sprachgebrauch zu verstehen sei und auch dementsprechend ausgesprochen werden müsste."
Nun, es tut mir noch mal vollends leid, solch abfallende Bemerkungen geschrieben zu haben, sie entsprechen weder der Wahrheit noch haben sie etwas mit meiner persönlichen Einstellung zum Osten zu tun.
Der Osten ist schön, er ist sehr schön! Und daran ändert weder die Infrastruktur, der Dialekt, das Kennzeichen OHV, das Aussehen noch andere Dinge irgendetwas daran. Das möchte ich hier noch mal in voller Ausführlichkeit betonen!
Obwohl ich eine Sache zum Aussehen noch erzählen muss. Als ich mein Praktikum bei der Telekom im Prenzlauer Berg gemacht hatte, waren 97,3 % der Mitarbeiter "Menschen" aus dem Osten. Wer die Serie "Stromberg" kennt, kennt vielleicht diese eine Mitarbeiterin da, diese dicke mit dem ätzenden Lachen. So muss man sich irgendwo den Personenkreis vorstellen, von dem ich da ein Vierteljahr umgeben war vorstellen.
Die meisten Frauen waren übergewichtig (in Zahlen ausgedrückt 98,66 %). Die Bürostühle hatten an den Seiten ausklappbare Tragflächen, um den gesamten Schenkelumfang nicht hängen zu lassen, sondern um ihn auf der Tragfläche zu betten. Zum Frühstück wurde mit den dicken Wurstfingern die Nutella direkt aus dem Glas gelutscht (wozu Brot, da ist doch kaum Zucker drin!). Die kleine Kochstube war eh der Ort, an dem sich die Herde die meiste Zeit am Tag vertrieben hat und auch nur deswegen, um sich neben den kleinen Snacks wie Eisbein ständig über etwas zu beschweren, zu lästern oder jemanden zu mobben.
Jede Woche am Freitag gab es dann nach dem "normalen Frühstück" (der Leser wende Unterscheidungsvermögen an), noch mal "Sektfrühstück". Hier eine Aufstellung der Arbeitszeit im Büro der deutschen Telekom (der Personalabteilung) von Mitarbeitern mit verkürzter Arbeitszeit:
8:00 Uhr: Ankunft im Büro
8:02 Uhr: Besuch der Toilette (oft waren es längere Besuche dieses Ortes)
8:32 Uhr: Auspacken der Sachen, die man sich für Frühstück, Sektfrühstück, Zwischendurchsnack und Mittag mitgebracht hat
8:40 Uhr: Besprechung mit den Kollegen, was man am Abend zuvor gemacht hat
9:00 Uhr: Frühstück Nr. 1 (Lästern, mobben, beschweren)
10:00 Uhr: Beginn der Arbeit (zwischendurch Nutella lutschen)
10:30 Uhr: Erste Gang zur Kochstube, um nach etwas essbaren zu suchen
10:40 Uhr: Langsam den Computer wieder in Stand By schicken, weil gleich zweites Frühstück
11:00 Uhr: Sektfrühstück (Lästern, mobben, beschweren, SAUFEN!) Meistens hat ein Tier aus der Herde noch was leckeres vom Bäcker mitgebracht, Pfannkuchen und so..
12:00 Uhr: Besuch der Toilette (das Frühstück muss wieder raus)
12:20 Uhr: Besuch der Toilette beendet, Vorbereitungen in der Kochstube auf das Mittagessen
12:30 Uhr: Mittagessen (Lästern, mobben, beschweren und ausmachen, wer denn nach dem Mittag schnell zu Lidl rüber läuft, um neue Nutella zu kaufen)
13:30 Uhr: Abräumen, kurz im Büro 2 Akten bearbeiten
14:00 Uhr: Feierabend
Die effektive Arbeitszeit betrug wenn man mal optimistisch rechnet max. 60 Minuten. Und dann wundert man sich, warum es keinen Aufschwung im Osten gibt? Nun ja, ich mein diese Darstellung ist natürlich ein wenig karikiert, aber im Wesentlichen trifft sie schon den Kern der Sache!
Ansonsten gibt es aber wirklich nichts, worüber man sich über den Osten noch die darin lebenden "Menschen" beschweren könnte. Verstehe absolut nicht, wie man darüber auch nur einen halben negativen Gedanke überhaupt verschwenden kann.
So liebe Bertha, ich hoffe damit wieder alles richtiggestellt zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
der David
Ist euch schon mal aufgefallen, dass die Wiedersehensfreude doch eine der schönsten ist, die es gibt? Am späten Abend durfte ich am Ende der Welt (Flughagen Schönefeld) jemanden abholen und beim Warten auf die Person beobachtete ich aufmerksam all die anderen Leute, die in erwartungsvoller Freude auf ihre Liebsten warteten.
Die Mattglas verschleierte Schiebetür über der die Aufschrift "Arrivals" stand, war das Zentrum der Aufmerksamkeit. Bei jedem Öffnen der Tür folgten erwartungsvolle Blicke der versammelten Menge, bei den meistens nur einer mit der Erscheinung der erwarteten Person belohnt wurde.
Am schönsten fand ich, wie offensichtlich die Besitzerin eines Hundes durch die Tür kam, die von ihrer Freundin samt Hund empfangen wurde. Also die Freude des Hundes war ja total rührend, weil dieser sein Herrchen schon aus der Ferne erkannte und begann vor Freude in die Luft zu springen. Eine Freude, die wirklich keine Mensch so zum Ausdruck bringen konnte, obwohl das sicherlich auch lustig mit anzusehen wäre
Nun, und wenn dann der liebe Mensch kommt, auf den man die ganze Zeit gewartet hat, dann ist das ein so schönes Gefühl, dass man diesen Moment der Freude gerne einfrieren würde. Irgendwie toll!
Wir Großstädter leben zusammen an einem Ort mit knapp 3,5 Mio. Einwohnern. Menschen so weit das Auge reicht und im Endeffekt müsste es uns doch in einer Stadt wie Berlin absolut leicht fallen, Kontakte mit anderen Menschen aus diesem Riesentopf knüpfen zu können. Doch wie sieht die Realität aus?
Nun, die Stadtmenschen haben alle menschliche Zuneigung komplett abgelegt. Anonymität wird ganz groß geschrieben. Und dies ist ja auch das absurde daran, an einem Ort voller Menschen versucht jeder so gut es geht den anderen zu meiden und baut sich hinter seinen eigenen vier Wänden abgeschottet seine kleine Existenz auf. Ich hab den Vergleich zu meiner Oma, die eher am Stadtrand lebt, wo dörfliche Sitten herrschen. Dort kennen sich die Leute aus der Straße fast alle und wissen absurder weise so viele Einzelheiten und Details über die anderen, dass man denkt dort würde eine große Familie leben. Auch dieses Rausschielen aus dem Fenster, was denn der Nachbar gerade so treibt, ist eine Normalität.
Was mich letztens so erschrak und mir Anlass für diesen kurzen Artikel gab war, dass ich auch in dieses Großstadtmensch-Muster verfiel ohne es eigentlich gemerkt zu haben. Erst im Nachhinein wurde mir eigentlich bewusst, was ich getan hatte.
Und zwar war ich eines Abends auf dem Weg zur S-Bahn und wollte mir noch ein Ticket kaufen. Im S-Bahnhof gibt es unten einen Schalter, der mit einem menschlichen Wesen belegt ist, der die Tickest verkauft. Auf dem Bahnsteig selber gibt es aber auch ein Ticketautomaten, wo ich mir die Karten auch so hätte ziehen können. Nun ja, wäre der Schalter besetzt, dann ist klar, dass ich weitergelaufen wäre, um mir mein Ticket zeitsparender am Automaten ziehen zu können. Nur war der Schalter nicht besetzt und der Mann hinter der Glasscheibe sah mich erwartungsvoll um den bevorstehenden Kauf eines Tickets an.
Ich wusste in diesem Moment, dass mir die beiden Optionen zur Auswahl standen. Für welche entschied ich mich? Nun, ich hab den Automaten gewählt. Ist das nicht schlimm? Ich hatte keinen Bock mich menschlichem Kontakt auszusetzen und wählte die Maschine anstatt des Menschen. Einfach so, weil ich in meiner Anonymität bleiben wollte, in meiner Musik vertieft und nicht bereit war, dies für einen kurzen Moment aufzugeben.
Ich finde das ist ein typisches Anzeichen dafür, dass viele von uns, die wir in dieser Großstadt leben, doch irgendwie von diesen vielen Menschen genervt sind und es eigentlich lieber hätten in anderen Zuständen leben zu können.
Wäre der Automat defekt gewesen, würde ich aber trotzdem zum Schalter gehen
Wir alle haben Launen, die unseren Gemütszustand in jeder Minute unseres Lebens beeinflussen. Scheint die Sonne bei blauem Himmel, lacht unser Herz. Ist es regnerisch und kalt draußen, sind wir eher in der Stimmung uns zu Hause auf der Couch unter der Decke zu verkriechen.
So oberflächlich, so gut. Was beeinflusst jedoch unseren Grundtonus, unsere Grundhaltung –und stimmung, mit der wir durchs Leben schreiten? Wovon ist es abhängig, wie wir die eine oder andere Situation aufnehmen und sie sich auf uns auswirkt? Können wir unsere Grundhaltung selber bestimmen oder ist sie von äußeren Einflüssen abhängig?!
Ohne einen großen Bogen um mich selber zu machen möchte ich sagen, dass ich seit einiger Zeit doch sehr gut drauf bin und innerliche Ruhe und Glückseeligkeit verspüre. Mehrere Faktoren mögen dafür verantwortlich sein
Auf dieses Thema bin ich jedoch gekommen, als ich mir zuletzt einen der seelisch bedrückensten, düstersten und schwermütigsten Filme, die es überhaupt auf dem Markt gibt, angesehen habe. Und zwar handelt es sich dabei um den Streifen „21 Gramm“ mit Sean Penn und Naomi Watts. Wirklich ein starker Film, der von sehr schwerwiegenden Schicksalen einzelner Personen handelt, die in 3 Storylines am Ende zu einem tragischen Höhepunkt ausarten. Der Film behandelt Themen wie Tod, Trauer, Schmerz, Leid und man könnte eigentlich unzählige weitere grausame Facetten hinzufügen.
Als ich den Film die ersten Male gesehen habe, bin ich innerlich gestorben. Ich konnte mich in den Schmerz dermaßen gut hineinversetzen, dass ich selber mitleiden musste und mich der Film wirklich in die zutiefst depressiven Stimmungen runterzog. Es glich einer Selbstverstümmelung, die jedoch nicht auf der Freude des Zufügens von Schmerz basierte, sondern natürlich nur auf der Zelebrierung der filmischen Kunst
Was mir nun widerfuhr war für mich ziemlich eigenartig. Jetzt, in meiner guten Verfassung genoss ich die große Kunst des Films, jedoch berührte mich dieser kein Stück weit und ließ mich einfach nur kalt. Ich konnte mich emotional nicht an die Geschichte schmiegen und nahm sie anteilslos an.
Ich kam nicht umhin mich zu fragen, woran dies lag. Nun ja, ich vermute ja ganz stark, dass sich dies wirklich mit dem Gemütszustand und der grundlegenden Haltung allgemein zusammenhängt. Wer sich mit einer depressiven Grundstimmung durchs Leben kauert, der nimmt auch jede Art von Traurigkeit in sich auf und scheint ihn schon beinahe zu genießen. Absurd oder?! Wer jedoch gelassen positiv ist, den lassen denke ich Rückschläge oder Leid eher kalt oder sagen wir, dass sie ihn auf emotionaler Basis nicht mehr so runterziehen, wie vorher.
Dazu muss ich wieder was von dem tollen Buch (Traumfänger) über die Aborigines hinzufügen. Da sagt der eine Stammeshalter, dass sich die Menschen der Industrieländer von der Grundhaltung doch scheinbar sehr einer negativ-depressiven Stimmung hingeben und dies ihr Leben zu bestimmen scheint. Es ist zwar richtig, über bestimmte Dinge zu trauern, Schmerz auch zuzulassen jedoch schadet dem Menschen die Grundnegative Haltung da, wo das Zentrum unserer Freude und Liebe ist, dem Herzen. Wer mehr lacht, der lebt auch länger. Ich denke, dem kann man auf vielen Ebenen zustimmen.
Schon allein aus dem Gesundheitswesen könnte man das Beispiel anführen, dass Menschen, die Heilung wollen und dem positiv entgegensehen eher Genesung finden als Menschen, die schon im Vorhinein aufgegeben haben.
Heute hatten wir in der Schule ein interessantes Thema angeschnitten und die Klasse diskutierte bis aufs bitterste, weil alle davon so berührt waren. Was bedeutet Glück, wo und wie finden wir es und sind wir in unserer zivilisierten Welt glücklicher, als die Urmenschen in ihren Stämmen in Afrika?!
Dann stellte der Lehrer ein sehr interessante Frage: Denken wir die letzten 2, 3, 5 oder 10 Jahre zurück, zu welchem Zeitpunkt wir von uns behaupten würden, dass wir richtig glücklich waren. Dabei muss dies kein bestimmtes Ereignis gewesen sein, sondern eine alltägliche Sache (ein Tagesablauf oder kreative Phase), die uns innerlichen Frieden gab.
Wann war dies bei dir der das letzte Mal der Fall?
Es ist immer wichtig, sich so etwas wieder vor Augen zu führen, um gegebenenfalls Veränderungen in seinem Leben vornehmen zu können, um nicht wertvolle Zeit zu vergeuden.