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Seit dem es Billigflieger gibt macht das Fliegen für "Normalverdiener" wieder richtig Spaß. Letztes Jahr z. B. bin ich Berlin - Rom Hin und zurück für ganze 60 Euro geflogen. Auch nach Malaga in 2005 zahlte ich Hin und zurück gerade mal 70 Euro. Sicherheit? Ist auf vollster Linie geboten, da die Maschinen den selben Anforderungen gerecht werden müssen wie Lufthansa & Co. Man muss noch dazu sagen, dass die meisten Billigflieger eh sehr junge Flotten mit den neusten Maschinen haben.
Letzte Woche flog ich das erste mal mit easyjet nach Basel. Für mich als im Norden Berlins lebender Mensch ist schon mal der Abflughafen Schönefeld absolut schlimm, da ich bereits ne Stunde brauche, um überhaupt dort anzukommen. Air Berlin, hlx (TUI) fliegen ja von Tegel, das ist schon wesentlich praktischer. Schönefeld an sich ist schon ein absoluter Schnapsflughafen. Etwas so mickriges, entferntes und einfach nur veraltetes wie Schönefeld ist schon echt peinlich für die Hauptstadt. Ich mein ich kenne europaweit keinen Flughafen, mag das das kleinste Kaff des Landes sein, welches so klein und hässlich wie Schönefeld ist.
Ich mein ich war schon ein paar mal da und bin auch mal mit german wings geflogen, doch es scheint, als würde die Hälfte aller Terminals der Fluggesellschaft easyjet gehören, die mit ihrer angenehmen Farbgestaltung (peitschendes orange) einfach auch mal überhaupt nicht auffallen und den ganzen Flughafen für sich beanspruchen. Mich würde es nicht wundern, wenn der Flughafen bald nicht Berlin-Schönefeld, sondern Berlin-easyjet heißt. Ich mein es gibt ja auch eine AOL- und Allianz-Arena, warum dann kein easyjet-Flughafen?!
Nun ja. Was ich schon irgendwie erstaunlich fand, dass es selbst bei den billigsten Fluggesellschaften eine 3 Klassengesellschaft gibt. Da wir nur mit Handgepäck reisten und bereits online eincheckten, wurden wir in Einstiegsklasse A kategorisiert. Als wir durch die Passkontrolle durch waren wurde man hinter eine Absperrung gepfercht, wo Einstiegsgruppe A stand. Es gab noch Einstiegsgruppe SA und B. B waren die Loser. Ich schaute nur rüber und bemitleidete das Pack, welches als letztes einsteigen würde.
In der Maschine selber war die Besatzung einfach nur der Brüller. Wenn ich mir manchmal so Menschen, in dem Fall die Berufssparte "Steward/Stewardess" ansehe, komme ich nicht umhin mir Gedanken über die Vergangenheit dieser Menschen zu machen. Diese Sparte allerdings waren Menschen, die so vom Alter zwischen 25 und 35 waren, die es beruflich einfach nirgendwo geschafft haben und letztendlich dann Steward bei easyjet geworden sind. Als ich mir diese Menschen so angesehen hatte merkte man, dass easyjet im Gegensatz zu Air Berlin oder Lufthansa nicht so auf das Aussehen achtet, wahrscheinlich kommt es dort mehr auf die inneren Werte an. Und auch das dieser typische Frauenberuf mehr und mehr von Männern übernommen wird fällt besonders bei dieser Airline auf.
Da easyjet keine deutsche Airline war, las der Steward die Sicherheitsvorschriften von einem Blatt Papier ab, was für alle Gäste an Board ersichtlich war. Die schönen Uniformen bestehen aus grau, schwarz und orange, einer Farbkombination, die nur absolute Spezialisten in jahrelanger Entwicklungszeit designed haben können. Von 4 Flugbegleitern waren dann 3 männlich und einer war ein ganz besonders warmer Bruder, bei dem ich beim ersten mal nicht erkannt habe, ob es sich um einen Mann oder eine Kampflesbe handelte. Es war ein "Mann" mit einer knallroten Brille, der die ganze Zeit ganz verschwitzt-verschämt lachte und wie Bruce von Germanys Next Topmodell über den Gang stolzierte mit ganz viel "Drama". Als er sich dann beim Vorlesen vom Notizblock verlesen hatte, hat er erstmal seinen Kollegen mit einer ganz warmen Bewegung auf den Rücken gehauen (achhh neiäännn) und sich darüber kaputt gelacht. Während des Fluges gingen die Flugbegleiter mit blauen Müllsäcken durch die Reihen, um Müll einzusammeln. Das Toilettenpapier wurde auch von hinten nach vorne und andersrum durch den Flieger getragen, ist eben First class Niveau
Bei der Zufahrt auf die endgültige Parkposition der Maschine hieß es dann noch (wortwörtlich): "Und wir würden uns freuen, wenn Sie bald wieder auf einem orangenen Flugzeug zu begrüßen". Das erinnerte mich an diese Übersetzungen, wie sie z. B. in italienischen Hotels zu finden sind, wo irgendjemand, der 3 Wörter deutsch sprechen kann in solcher Grammatik dann auch etwas übersetzt. Na immerhin besser als garnix.
Beim Aussteigen lief zur Verabschiedung "Jingle Bells" im Bordradio und das im Juni. Als wir ausstiegen wünschten wir der Flugbesatzung noch "merry christmas", was auch wieder lachend aufgenommen wurde.
Easy jet, eine lustige Fluggesellschaft!