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Liebe Bertha, ich versuche mit anliegendem Schreiben das wieder gut zu machen, was ich dir damals am 8. September 2006 angetan hatte. Ich weiß ja, dass dir dies in der Seele weh getan hat und du mir selbst 7 Monate nach diesem Erlebnis die bösen Anspielungen, die ich gegen den Osten in einem ausführlichen Text erörtert hatte (hier der angesprochene Beitrag http://macdave83.bravejournal.com/archive/09/8/2006 
, sehr übel genommen hast, jedenfalls erfuhr ich das bei unserer letzten Begegnung. Wer keine Lust hat die ganze Geschichte zu lesen, hier einige Auszüge zur Erinnerung:
"Die Straßen bestanden zum größten Teil aus folgenden Schildern: Straßenschäden, Straßenschäden, Umleitung, Straßenschäden, Zone 30, Straßenschäden, Baustelle, Zone 30, Straßenschäden. Ich tuckerte nun also mit Tempo 30 übers Kopfsteinpflaster."
"Das schönste war dann noch als ich an der Beachvolleyballhalle ankam und diese den Namen "Beachzone" trug, Beach-"zone"! Gewisse Freunde wollten mir versichern, dass das Wort "zone" hier aus dem englischen Sprachgebrauch zu verstehen sei und auch dementsprechend ausgesprochen werden müsste."
Nun, es tut mir noch mal vollends leid, solch abfallende Bemerkungen geschrieben zu haben, sie entsprechen weder der Wahrheit noch haben sie etwas mit meiner persönlichen Einstellung zum Osten zu tun.
Der Osten ist schön, er ist sehr schön! Und daran ändert weder die Infrastruktur, der Dialekt, das Kennzeichen OHV, das Aussehen noch andere Dinge irgendetwas daran. Das möchte ich hier noch mal in voller Ausführlichkeit betonen!
Obwohl ich eine Sache zum Aussehen noch erzählen muss. Als ich mein Praktikum bei der Telekom im Prenzlauer Berg gemacht hatte, waren 97,3 % der Mitarbeiter "Menschen" aus dem Osten. Wer die Serie "Stromberg" kennt, kennt vielleicht diese eine Mitarbeiterin da, diese dicke mit dem ätzenden Lachen. So muss man sich irgendwo den Personenkreis vorstellen, von dem ich da ein Vierteljahr umgeben war vorstellen.
Die meisten Frauen waren übergewichtig (in Zahlen ausgedrückt 98,66 %). Die Bürostühle hatten an den Seiten ausklappbare Tragflächen, um den gesamten Schenkelumfang nicht hängen zu lassen, sondern um ihn auf der Tragfläche zu betten. Zum Frühstück wurde mit den dicken Wurstfingern die Nutella direkt aus dem Glas gelutscht (wozu Brot, da ist doch kaum Zucker drin!). Die kleine Kochstube war eh der Ort, an dem sich die Herde die meiste Zeit am Tag vertrieben hat und auch nur deswegen, um sich neben den kleinen Snacks wie Eisbein ständig über etwas zu beschweren, zu lästern oder jemanden zu mobben.
Jede Woche am Freitag gab es dann nach dem "normalen Frühstück" (der Leser wende Unterscheidungsvermögen an), noch mal "Sektfrühstück". Hier eine Aufstellung der Arbeitszeit im Büro der deutschen Telekom (der Personalabteilung) von Mitarbeitern mit verkürzter Arbeitszeit:
8:00 Uhr: Ankunft im Büro
8:02 Uhr: Besuch der Toilette (oft waren es längere Besuche dieses Ortes)
8:32 Uhr: Auspacken der Sachen, die man sich für Frühstück, Sektfrühstück, Zwischendurchsnack und Mittag mitgebracht hat
8:40 Uhr: Besprechung mit den Kollegen, was man am Abend zuvor gemacht hat
9:00 Uhr: Frühstück Nr. 1 (Lästern, mobben, beschweren)
10:00 Uhr: Beginn der Arbeit (zwischendurch Nutella lutschen)
10:30 Uhr: Erste Gang zur Kochstube, um nach etwas essbaren zu suchen
10:40 Uhr: Langsam den Computer wieder in Stand By schicken, weil gleich zweites Frühstück
11:00 Uhr: Sektfrühstück (Lästern, mobben, beschweren, SAUFEN!) Meistens hat ein Tier aus der Herde noch was leckeres vom Bäcker mitgebracht, Pfannkuchen und so..
12:00 Uhr: Besuch der Toilette (das Frühstück muss wieder raus)
12:20 Uhr: Besuch der Toilette beendet, Vorbereitungen in der Kochstube auf das Mittagessen
12:30 Uhr: Mittagessen (Lästern, mobben, beschweren und ausmachen, wer denn nach dem Mittag schnell zu Lidl rüber läuft, um neue Nutella zu kaufen)
13:30 Uhr: Abräumen, kurz im Büro 2 Akten bearbeiten
14:00 Uhr: Feierabend
Die effektive Arbeitszeit betrug wenn man mal optimistisch rechnet max. 60 Minuten. Und dann wundert man sich, warum es keinen Aufschwung im Osten gibt? Nun ja, ich mein diese Darstellung ist natürlich ein wenig karikiert, aber im Wesentlichen trifft sie schon den Kern der Sache!
Ansonsten gibt es aber wirklich nichts, worüber man sich über den Osten noch die darin lebenden "Menschen" beschweren könnte. Verstehe absolut nicht, wie man darüber auch nur einen halben negativen Gedanke überhaupt verschwenden kann.
So liebe Bertha, ich hoffe damit wieder alles richtiggestellt zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
der David