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Wir alle haben Launen, die unseren Gemütszustand in jeder Minute unseres Lebens beeinflussen. Scheint die Sonne bei blauem Himmel, lacht unser Herz. Ist es regnerisch und kalt draußen, sind wir eher in der Stimmung uns zu Hause auf der Couch unter der Decke zu verkriechen.
So oberflächlich, so gut. Was beeinflusst jedoch unseren Grundtonus, unsere Grundhaltung –und stimmung, mit der wir durchs Leben schreiten? Wovon ist es abhängig, wie wir die eine oder andere Situation aufnehmen und sie sich auf uns auswirkt? Können wir unsere Grundhaltung selber bestimmen oder ist sie von äußeren Einflüssen abhängig?!
Ohne einen großen Bogen um mich selber zu machen möchte ich sagen, dass ich seit einiger Zeit doch sehr gut drauf bin und innerliche Ruhe und Glückseeligkeit verspüre. Mehrere Faktoren mögen dafür verantwortlich sein
Auf dieses Thema bin ich jedoch gekommen, als ich mir zuletzt einen der seelisch bedrückensten, düstersten und schwermütigsten Filme, die es überhaupt auf dem Markt gibt, angesehen habe. Und zwar handelt es sich dabei um den Streifen „21 Gramm“ mit Sean Penn und Naomi Watts. Wirklich ein starker Film, der von sehr schwerwiegenden Schicksalen einzelner Personen handelt, die in 3 Storylines am Ende zu einem tragischen Höhepunkt ausarten. Der Film behandelt Themen wie Tod, Trauer, Schmerz, Leid und man könnte eigentlich unzählige weitere grausame Facetten hinzufügen.
Als ich den Film die ersten Male gesehen habe, bin ich innerlich gestorben. Ich konnte mich in den Schmerz dermaßen gut hineinversetzen, dass ich selber mitleiden musste und mich der Film wirklich in die zutiefst depressiven Stimmungen runterzog. Es glich einer Selbstverstümmelung, die jedoch nicht auf der Freude des Zufügens von Schmerz basierte, sondern natürlich nur auf der Zelebrierung der filmischen Kunst
Was mir nun widerfuhr war für mich ziemlich eigenartig. Jetzt, in meiner guten Verfassung genoss ich die große Kunst des Films, jedoch berührte mich dieser kein Stück weit und ließ mich einfach nur kalt. Ich konnte mich emotional nicht an die Geschichte schmiegen und nahm sie anteilslos an.
Ich kam nicht umhin mich zu fragen, woran dies lag. Nun ja, ich vermute ja ganz stark, dass sich dies wirklich mit dem Gemütszustand und der grundlegenden Haltung allgemein zusammenhängt. Wer sich mit einer depressiven Grundstimmung durchs Leben kauert, der nimmt auch jede Art von Traurigkeit in sich auf und scheint ihn schon beinahe zu genießen. Absurd oder?! Wer jedoch gelassen positiv ist, den lassen denke ich Rückschläge oder Leid eher kalt oder sagen wir, dass sie ihn auf emotionaler Basis nicht mehr so runterziehen, wie vorher.
Dazu muss ich wieder was von dem tollen Buch (Traumfänger) über die Aborigines hinzufügen. Da sagt der eine Stammeshalter, dass sich die Menschen der Industrieländer von der Grundhaltung doch scheinbar sehr einer negativ-depressiven Stimmung hingeben und dies ihr Leben zu bestimmen scheint. Es ist zwar richtig, über bestimmte Dinge zu trauern, Schmerz auch zuzulassen jedoch schadet dem Menschen die Grundnegative Haltung da, wo das Zentrum unserer Freude und Liebe ist, dem Herzen. Wer mehr lacht, der lebt auch länger. Ich denke, dem kann man auf vielen Ebenen zustimmen.
Schon allein aus dem Gesundheitswesen könnte man das Beispiel anführen, dass Menschen, die Heilung wollen und dem positiv entgegensehen eher Genesung finden als Menschen, die schon im Vorhinein aufgegeben haben.
Heute hatten wir in der Schule ein interessantes Thema angeschnitten und die Klasse diskutierte bis aufs bitterste, weil alle davon so berührt waren. Was bedeutet Glück, wo und wie finden wir es und sind wir in unserer zivilisierten Welt glücklicher, als die Urmenschen in ihren Stämmen in Afrika?!
Dann stellte der Lehrer ein sehr interessante Frage: Denken wir die letzten 2, 3, 5 oder 10 Jahre zurück, zu welchem Zeitpunkt wir von uns behaupten würden, dass wir richtig glücklich waren. Dabei muss dies kein bestimmtes Ereignis gewesen sein, sondern eine alltägliche Sache (ein Tagesablauf oder kreative Phase), die uns innerlichen Frieden gab.
Wann war dies bei dir der das letzte Mal der Fall?
Es ist immer wichtig, sich so etwas wieder vor Augen zu führen, um gegebenenfalls Veränderungen in seinem Leben vornehmen zu können, um nicht wertvolle Zeit zu vergeuden.